4 LEARNINGS AUS MEINEM LEBEN ALS FLIEGENDE BIBLIOTHEKARIN

Ja, Du hast richtig gelesen :) Bevor ich zu meiner Berufung als ganzheitlicher Ordnungscoach finden durfte, gehörte das Reisen, die Arbeit mit Büchern und das Auffinden von gesuchten Informationen zu meinen Hauptaufgaben.

Über den Wolken zuhause ...

Zwei Tätigkeiten, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten, auf den zweiten jedoch einige Gemeinsamkeiten haben, auf die es wirklich ankommt, damit sie optimal funktionieren. Struktur, Aufmerksamkeit und feste Arbeitsabläufe prägen den Alltag in beiden Berufen. Wie sonst soll es möglich sein auf engstem Raum, innerhalb von manchmal sehr kurzen Flugzeiten 200 Gäste mit Getränken und einem Essensangebot zu versorgen? Wie sonst findet man unter 1 Million Bücher und Zeitschriften das eine gesuchte?


Meine allerwichtigsten 5 Erkenntnisse aus dieser Zeit, habe ich Dir hier zusammengefasst. Ich selbst wende sie auch heute noch in meinem Alltag an, da sie eine wirklich große Hilfe bei den Themen Struktur und Ordnung halten sind.


EIN FESTER STANDORT

... oder zwischen Bücherregalen.

Ja wie funktioniert es eigentlich, dass unter diesen Millionen von Bibliotheksbüchern im besten Fall nie eines verloren geht? Das Geheimnis ist die eine ganz individuelle Signatur, mit der es sofort nach Eingang versehen wird und die gleichzeitig einen festen Standort für dieses Medium definiert. An diesen wird es nach jeder Benutzung zurückgestellt.


Wie kann Dir diese Praxis nun ganz konkret in Deinem Zuhause weiterhelfen? Auch Du kannst für jeden Gegenstand in Deinem Besitz einen festen Standort definieren, an den Du ihn nach jeder Benutzung kontinuierlich zurücklegst. Wichtig dabei wäre, dass dieser Ort für Dich leicht zu erreichen ist, ohne dass Du erst 3 Kartons anheben musst damit der Stauort zugänglich wird. So fällt es Dir in Zukunft kinderleicht diese Ordnung beizubehalten und es entstehen keine Häufchen von heimatlosen Gegenständen mehr in Deinen vier Wänden.


DEINE EIGENE SYSTEMATIK


Heute immer öfters auch in der Beratung ...

„Ach sie meinen das Buch, das am 14.03.2012 zu uns gekommen ist, na klar sagen Sie das doch gleich.“ Wäre das der Alltag, würde wahrscheinlich niemand mehr an die Information kommen, die er eigentlich gerne hätte. Neue Bücher werden selten in der Reihenfolge wie sie in die Bibliothek gekommen sind eins neben das andere gestellt, sondern innerhalb einer bestimmten inhaltlichen Systematik eingeordnet und dann noch einmal anhand von weiteren Unterscheidungsmerkmalen, wie z.B. Autor, Titel oder Format voneinander unterschieden. Diese Einordnung legt dann automatisch einen ganz bestimmten Standort innerhalb eines Regals fest.

Genau das würde ich Dir auch für Dein Zuhause empfehlen. In den meisten Fällen wirst Du dies schon so machen: eine neue Hose kommt zu den Hosen, eine Tasse zu den Tassen. Gerade bei den kleinteiligeren Komono Gegenständen verlieren wir jedoch leicht den Überblick. Vielleicht kannst Du die bestehende Ordnung hier noch etwas optimieren, in dem Du Dir Deine ganz eigene Systematik erschaffst. Dabei können Dir die folgenden Fragen helfen:

  • Welche Gegenstände benutzt Du wirklich regelmäßig, welche nur selten?

  • Welche Gegenstände benutzt Du oft zusammen?

  • Gibt es Gegenstände, die sehr groß und sperrig sind und deshalb keinen Platz bei den Dingen derselben Kategorie finden? (In diesem Fall kannst du einen festen Standort für genau diese Gegenstände festlegen, mit der Überschrift „Für sperrige Gegenstände“. Das ist zwar etwas ungenau aber im Alltag einfach praktikabler, da Du sonst an mehreren Stellen in Deinem Zuhause wertvollen Platz verschenkst.)


MODULE


... oder beim Anpacken anzutreffen :)

Die Servicevorbereitungen in einem Flugzeug erfordern oft zügiges abarbeiten von unterschiedlichen Arbeitsschritten. Damit dies reibungslos klappt, werden die dafür benötigten Gegenstände in verschiedenen Modulen griffbereit zusammen verstaut. Diese Technik habe ich bei mir zuhause lieben gelernt und sie wird auch Dir helfen, die Frage „Was benutzte ich häufig zusammen?“ noch weiter zu konkretisieren.


Es ist ratsam oft gemeinsam verwendete Dinge in sogenannten Module oder Stationen zusammen unterzubringen. Für leidenschaftliche Kaffeetrinker ist es so am morgen vielleicht eine große Entlastung, wenn nicht erst 5 verschieden Schubladen und Schränke geöffnet werden müssen um die ersehnte fertig gebrühte Tasse in den Händen zu halten. Stattdessen bietet es sich an die Kaffeemaschine in der Nähe einer Schublade oder eines Schranks aufzustellen, in dem auch die Tassen untergebracht werden können. Dort kann dann ebenfalls die Dose mit Kaffeepulver, Filter, Zucker, ein paar Löffeln und was Du sonst noch brauchst ihren Platz finden – fertig ist die „Kaffee-Station“. Dies funktioniert mit allen Arbeitsschritten, die Du regelmäßig ausführst. So habe ich z.B. ein „Putzmodul“, das aus einem Eimer besteht, in dem ich alle Putzmittel verstaue, die ich brauche um das Bad zu reinigen. Ein Handgriff und schwubs habe ich alles was ich brauche im Badezimmer und genauso leicht kann ich alles wieder zurückstauen.


DER ABENDLICHE LOST & FOUND CHECK

Ein weiterer toller Trick aus dem Fliegeralltag ist der regelmäßige Lost & Found Check. Dieser wird von den Flugbegleitern nach dem Aussteigen der Passagiere durchgeführt, um eventuell an Board vergessene Gegenstände an ihre Besitzer zurückgeben zu können. Dies ist eine wunderbare Methode um die Ordnung in Deinem Heim zu halten, auch wenn Du mehrere Mitbewohnern hast. Auf jeder Etage Deines Zuhauses kannst Du einen sogenannten Lost & Found Korb / Kiste / Karton aufstellen. Am Ende eines jeden Tages gehst du dann noch einmal durch alle Räume und sammelst alle Gegenstände ein, die nicht an ihren Platz zurückgeräumt wurden. Sie kommen in genau diesen Behälter. So stehst Du am nächsten morgen in einem ordentlichen Zuhause und ist jemand auf der Suche nach einem Gegenstand kannst Du ganz einfach auf den Lost & Found Ort verweisen. Ganz wichtig hierbei ist, dass Du diesen Prozess mit Aufstellen des Korbs an Deine Mitbewohner kommunizierst. Warne sie vor, dass heimatlose Gegenstände in Zukunft am Abend an diesen Ort wandern.


Ich hoffe diese Tipps der ehemaligen fliegenden Bibliothekarin können Dich auf Deinem Weg zu einem Zuhause und Leben in Leichtigkeit unterstützen. Ich freue mich rießig, wenn Du mit mir teilst, welche Module und Stationen es ab jetzt in Deinem Heim gibt. Teile diesen Artikel auch gerne mit Menschen, von denen Du glaubst, dass ihnen dieses Tipps auch weiterhelfen könnten :)


Unter Fliegern ist es üblich sich „Always happy landings“ zu wünschen, Dir wünsche ich hier zum Schluss:

„Always happy tidying!“

Deine Karina

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